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Unredlich!?

Unredlich!? Wie redlich verhält sich die Kirchgemeinde Rahden und dessen Vorsitzende im Presbyterium?

Mit Bezug auf die öffentlichen Äußerungen gegenüber der örtlichen Presse (Ausgaben vom 23.05.2026), in denen mich Pastor Klaus-Herrmann Heucher aufgrund meiner Aussage in der Ratssitzung vom 21.05.2026 als unredlich bezeichnete, möchte ich auf diesem Wege Stellung nehmen.

Nach langen Jahren haben wir nun endlich Gewissheit – sowohl in Wehe als auch in unserer Nachbargemeinde Tonnenheide. Am 31. August 2026 werden die Türen der Auferstehungskirche und der Christuskirche nun endgültig geschlossen.

Als der Aufschlag seitens der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rahden bei uns in Wehe gemacht wurde, war dies am 9. November 2022, als der seinerzeit neue Pastor Heucher den Vereinsvorsitzenden aus Wehe bei der alljährlichen Terminabsprache die neue Situation erläuterte.

Die Hoffnungen waren seinerzeit noch groß, da der Pastor betonte, dass er auf jeden Fall eine einvernehmliche Lösung mit der Dorfgemeinschaft finden möchte. Die große Empörung und Angst darüber, was nach dem 31.12.2024 passieren würde, war damals noch nicht vorhanden.

Im Anschluss gab es viele gemeinsame Gespräche zwischen der Kirchengemeinde Rahden und der Dorfgemeinschaft. Bei uns in Wehe gab es sogar zwei schriftliche Anträge an die Kirchengemeinde, da wir bemerkt haben, dass wir mit Reden allein nicht weiterkamen. Die Kirchengemeinde Rahden hat uns gegenüber immer wieder eine Aussage betont: Die finale Entscheidung über das Gebäude in Wehe muss das Landeskirchenamt treffen.

In der Ratssitzung am 21.05.2026 habe ich mich noch einmal zu den zurückliegenden Jahren geäußert und den Hinweis gegeben, „dass wir in den letzten Jahren keinen Schritt weitergekommen sind, welches uns in der Ortschaft natürlich traurig stimmt. Es scheint, als wolle die Kirchengemeinde Rahden keine Lösung mit der Ortschaft finden. Zudem habe ich darauf hingewiesen, dass abzuwarten bleibt, wie sich das Gebäude entwickelt, und dass wir hoffentlich bald keine Ruine dort stehen haben werden.“

Ich möchte gar nicht weiter auf die zurückliegenden Jahre und deren Verlauf eingehen, dieses haben wir noch einmal ausführlich und sachlich in dem Ortsgespräch vom 11. Mai gemacht, das kann in der Präsentation dazu nachgelesen werden. (2025_05_11_Ortsgespräch_Kirche.pdf)

An meiner Aussage, dass die Kirchengemeinde Rahden scheinbar kein Interesse an einer weiteren Nutzung des Gebäudes hat, halte ich fest. Wie kann es sonst sein, dass wir nach vier Jahren nicht einmal ansatzweise zu einer gemeinsamen Lösung gekommen sind? Die einzige konstante Aussage der Kirchengemeinde Rahden war immer: „Die Landeskirche muss darüber entscheiden.“

Auch an der Aussage, dass die Enttäuschung in Wehe natürlich groß ist, halte ich fest. Unsere Dorfgemeinschaft hat bereits viele Veränderungen in unserer Gesellschaft bewältigt, oft auch scheinbar aussichtslose. Ich verweise hier nur kurz auf die alte Hauptschule und das dazugehörige Ensemble. Dort erfolgte beispielsweise in großer Eigenleistung und ohne externe Unterstützung der Rückbau des alten Pavillons und des Fahrradständers auf dem städtischen Grundstück. Unsere Vereinsgemeinschaft bewirtschaftet eine Vielzahl von Gebäuden und erhält Dinge in unserer Ortschaft am Leben, die unter anderen Bedingungen und ohne das Engagement der Ehrenamtlichen nicht mehr vorhanden wären. Hierzu kann man im Übrigen auch den erst vor ein paar Jahren im Rahmen des DIEK  (Dorfinnenentwicklungskonzept) renovierten Friedhofeingang mit Übergang zur Auferstehungskirche zählen.

In der Ratssitzung habe ich außerdem darauf hingewiesen, dass wir „hoffentlich keine Ruine dort stehen haben werden“. Auch an dieser Aussage halte ich fest. Wovon soll man denn sonst ausgehen? Ein gepflegtes Erscheinungsbild gibt es bereits seit Längerem – auch vor der temporären Anmietung durch die Stadt – nicht mehr. Dass die Kirchengemeinde selbst scheinbar weinig Interesse an ihrem „aufgegebenen Eigentum“ hat, kann man an vielen Stellen feststellen. Ein Blick in die Nachbar-Ortschaft genügt: Der durch einen Unfall zerstörte Zaun wurde auch nach mehreren Monaten weder instandgesetzt noch entfernt.  Auch die Fragen an Pastor Heucher bei den Ortsgesprächen in Tonnenheide und Wehe, was denn nach dem 31.08.2026 mit dem Gebäude passieren wird, wurde nur mit Achselzucken beantwortet.

Nun möchte ich noch eine Frage stellen: Wie redlich geht die Kirche mit ihren eigenen Regeln um?

Die Kirchengemeinde Rahden ist bekanntlich eine eigene Körperschaft öffentlichen Rechts und daher zunächst für sich allein verantwortlich und eigenständig.

In der Verordnung für das wirtschaftliche Handeln der kirchlichen Körperschaften in der Evangelischen Kirche von Westfalen (Wirtschaftsverordnung – WirtVO) steht jedoch im Teil 1 unter § 3 „Beratungen zum Vermögenserhalt“, dass bei allen genehmigungspflichtigen Maßnahmen die landeskirchliche Beratung vor der Vergabe kostenpflichtiger Dienstleistungen so rechtzeitig in Anspruch zu nehmen, dass eine Beratung erfolgen kann.

Die Landeskirche ist also zu beteiligen und diese sollte rechtzeitig erfolgen!

Auf schriftliche Nachfrage beim Landeskirchenamt in Bielefeld, ist diese jedoch nie beteiligt worden.

D.h. die Kirchgemeinde Rahden hat die Landeskirche zu keinem Zeitpunkt (immerhin fast 4 Jahre), obwohl dieses ihre Pflicht gewesen wäre, an dem Verfahren offiziell beteiligt.

Wie kann das sein?  Wo es doch allein in Wehe zwei offizielle Anschreiben einmal von einer privaten Person und Vereinsvorsitzenden in Wehe und ein weiters mal von dem Ortsvorsteher gab. Beide Schreiben betrafen die Übernahme/Weiterführung in zwei ganz unterschiedlichen Formen.

Die beiden Antworten zu den Anträgen der Kirchengemeinde Rahden enthielten ähnliche Formulierungen, „nach Rücksprache mit den kirchenaufsichtlichen Stellen………….“ und „…nach Rücksprache mit der Vermögensaufsicht der Landeskirche von Westfalen ………“ Das Ganze erweckt also den Eindruck, dass die die Kirchengemeinde Rahden kein wirkliches Interesse an einer Weiternutzung durch die Dorfgemeinschaft hat, obwohl sie es öffentlich anders kommuniziert.

Wie redlich dieses Verhalten gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern unserer Ortschaft Wehe und dessen Gemeindemitgliedern ist, vermag sich nun jeder selbst beantworten.

gez. Sven Reimers

 

Meine Anfrage an das Landeskirchenamt in Bielefeld

 

Hier die Antwort des Landeskirchenamtes auf meinen Anfrage
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